Stadtverband für Musik Tuttlingen
Geschichte
Otto Mattes ergriff die InitiativeVor 20 Jahren gab es zwar einen Stadtverband für Leibesübungen, der beim Gemeinderat vieles durchsetzte - man denke nur an das Stadion mit überdachter Tribüne oder die Mühlau-Sporthalle- aber die musik- und gesangtreibenden Vereine hatten so etwas nicht und litten darunter. Otto Mattes, der erste Vorsitzende des Städtischen Blasorchesters, setzte sich zwar als SPD-Stadtrat bei jeder Haushaltsberatung für "seine" Vereine ein, erkannte aber, daß Musik und Gesang gegenüber dem Sport im Nachteil waren. Die SPD-Fraktion, vor allem ihr Vorsitzender Erich Weber, bestärkten Otto Mattes, einfach zu einer Gründungsversammlung einzuladen. Es kamen fast alle eingeladenen Vereine am
28. Mai 1979 in den "Schlüssel" und die nicht vertretenen erklärten ihre Zustimmung zur Gründung. Mattes sagte, man brauche den Dachverband für die Musik- und Gesangvereine, um diese gegenüber der Stadt zu vertreten. Wenn mehr als 1 000 Musiker und Sänger mit einem Mund sprächen, so sei das etwas anderes, als wenn einzelne Vereine auftreten. Die Stadt habe im Haushalt 1979 10 000,- DM für diese Vereinigung vorgesehen. Der Dachverband solle Vorschläge für die Verteilung dieser Mittel machen. Die Stadt habe eingesehen, daß nun mehr für die kulturellen Belange getan werden müsse als in den vergangenen Jahren. Man rechne daher auch künftig mit nennenswerter finanzieller Unterstützung. Als weitere Schwerpunkte nannte Mattes die Probenlokale und die sinnvolle Festsetzung von öffentlichen Terminen. Bei der Wahl des vorläufigen Vorstands und der Satzungskommission herrschte Einigkeit Vorsitz und Geschäftsführung übernahm Otto Mattes. Schriftführer wurde Dionys Bacher, Vorsitzender des Männerchors Tuttlingen und CDU-Stadtrat. Er erklärte damals, seine Aufgabe nur vorübergehend wahrnehmen zu wollen. Es wurden aber 12 Jahre daraus, bis er 1991 das Amt zuletzt war er Vorsitzender - abgeben konnte. Der Vierte im Bunde war Bernd Fuchs vom Fanfarenzug Nendingen. Otto Mattes mußte beruflich nach Kornwestheim ziehen und damit seine Tuttlinger Ämter abgeben. Er war als Zuschneider erst zum Betriebsratsvorsitzenden der Fa. Rieker gewählt worden, wo er die Teilung mitmachte. Dann war er Geschäftsführer der Gewerkschaft Leder geworden. Als solcher hatte er nach dem Niedergang der Tuttlinger Schuhfabrikation dahin ziehen müssen, wo es noch genug Lederfabriken gab. Seinen Ruhestand verbringt er aber wieder in seinem Tuttlinger Haus. Als Stadtrat hat er auch die Tuttlinger Jugendmusikschule initiiert.